39,80 €
Sofort verfügbar, Lieferzeit: 1-3 Tage
Bald folgt hier noch eine genauere Beschreibung dieses herausragenden Weines. Aber in aller Kürze: dieser Brunello von einem der kleinsten Produzenten der DOC war eine Überraschung, wie auch der Rosso vom selben Winzer. Ich durfte vor Ort an drei Tagen an die 100 der ca. 230 Brunello-Produzenten probieren (fast blind, denn die meisten Etiketten haben mir wenig bis gar nichts gesagt und zudem kannte ich die Preise sowieso vorher nicht). Und genau dieser Brunello fiel mir sehr, sehr positiv auf. So suchte ich umgehend Giacomo auf, den ich vorher nicht kannte, und erfuhr das, was im Herstellerprofil weiter unten geschrieben ist. Der Wein selbst, aus dem für den Weinbau in Italien sehr gut angesehenen Jahrgang 2021, überzeugte auch beim zweiten Mal!
Nun endlich, nachdem der Herbst bei uns einkehrt und ein Brunello besser zur Abendstimmung passt, eine Beschreibung: ein zurückhaltender Charakter, erhaben in seiner Erscheinung, klar, ehrlich und schon bereit sein Innerstes preis zu geben. Die Gerbstoffe sind frisch aber geschliffen, was dem Jahrhundertjahrgang zu verdanken ist. Zarte Aromen von Waldbeeren und ein Anklang von Rumtopf, ein Hauch von Garrigue-Kräutern, aber noch mehr von Gewürzen wie Piment, Macis, Vanille und Lakritz betören die Nase, und man kann immer wieder mit Genuss an den Wein schnuppern. Kein Blockbuster, eher ein zartes Persönchen, es ist die Ausgewogenheit die mich hier fasziniert, kein großer Widerstand im Mund. Brunello ist nicht selten harsch und rustikal. Doch hier ist davon nichts zu spüren, die Nase deutet es schon an: ein eher seltener, feiner Sweetspot am Gaumen macht den Wein in seiner Erscheinung offen, fein und für ein Brunello sehr rund. Man spürt förmlich das gesunde und Reife Traubengut des Jahrgangs 2021. Auch wenn der Wein fast vier Jahre im Holz (Tonneux und Barrique) ausgebaut wurde, geprägt hat es den Wein vor allem mit Eleganz und Zugänglichkeit. Der Test mit der offenen Flasche zeigt momentan (2026) eine positive Entwicklung über 24 Stunden, also auch gute Gene für ein Paar Jahre Flaschenreife.
| Herkunftsland (aus:): | Italien |
|---|---|
| Gebiet: | Toskana |
| Rebsorte: | Sangiovese |
| Weinart: | Rotwein - kraftvoll und trocken + Barrique |
| Laune: | Klassiker , Trocken!! , Zu Rindfleisch |
| Bio-Zertifikat: | Bio-zertifiziert |
| Bewirtschaftung: | EU-Bio |
| Öko-Kontrollstelle: | IT-BIO-006 |
| Allergiehinweis / Allergene Stoffe: | enthält Sulfite |
| Erzeuger/Importeur oder verantw. Lebensmittelunternehmen: | Podere Il Cocco, Loc. Villa a Tolli, 53024 Montalcino (SI), Italien |
| Alkoholgehalt in vol.%: | 14 |
|---|
Der Produzent: Podere Il Cocco
Giacomo Bindi hatte großes Glück: er stammt aus einer Medizinerfamilie, die ein schönes Grundstück mit einem typischen alten Farmhaus in der Gemeinde Montalcino besaß. Weil keiner der Verwandten sich diese harte Arbeit antun wollte, entschied er sich selbst vor über 20 Jahren zu einem bäuerlichen Leben.
Beeindruckend ist seine Überzeugung, alles im Einklang mit der Natur zu betreiben und sein Land nach biologischen und biodynamischen Prinzipien zu kultivieren. Zwar ist der Weinanbau das finanziell wichtigste Fundament, jedoch ist er darüber hinaus Selbstversorger geworden mit an Permakultur erinnernder Anbauweise. Er vermehrt selbst Obst und Gemüsesorten, arbeitet mit natürlicher Bodendüngung, experimentiert mit Mischanpflanzungen zur Selbststärkung der Kulturen und hat sogar einen sogenannten Fruit-Forest angelegt, alles natürlich biologisch bewirtschaftet. Ein Agriturismo im Farmhaus und sogar ein Wohnmobilstellplatz in den Weinbergen sind eine sinnvolle Ergänzung und erlauben es den Besuchern, alles aus nächster Nähe zu erleben.
Sein Wein fiel mir vor kurzem unter einer Vielzahl von anderen Brunello di Montalcino Weinen sehr positiv auf. Ein Besuch in seinen Weinbergen, die gerade einmal drei Hektar groß sind, zeugt beeindruckend von seiner Arbeitsweise: Die Rebanlagen sehen im Vergleich zu traditionellen Anlagen ein wenig verwahrlost aus. Doch der Schein trügt: zwischen den Reben wächst es etwas chaotisch, sogar Bäume lässt er zu. Das hat aber nichts mit Nachlässigkeit zu tun. (Un)Kraut und Gräser lässt er wachsen, bis es Zeit ist, diese zu walzen, wobei nur die oberirdischen Stängel „abgebogen“ werden und nicht weiter wachsen können. Diese trocknen dann langsam aus, schützen den Boden vor Austrocknung und bilden neuen Humus. Die Wurzeln bleiben erhalten, können erneut wachsen und halten den Boden lebendig. Man spürt förmlich, wie sich die Natur und der Boden hier wohlfühlen.
Giacomo hat nie Önologie studiert, zeigt aber eine ungewöhnlich präzise und wissenschaftlich fundierte Herangehensweise an die Weinherstellung. So ist er an sich ein Freund von natürlichen Weinen, sagt aber auch ganz klar: der Wein muss sauber und wirklich gut sein. Dazu sind kellertechnisch moderne Geräte und eine chemische Überwachung notwendig. Sauberkeit im Keller ist unabdingbar. Kompromisslos entscheidet er dann, ob sein Wein - je nach Jahrgang - gut genug für einen Brunello ist oder ein Großteil eben doch nur ein Rosso wird. Konkret bedeutet das aber auch, dass sein Rosso di Montalcino dann beinahe die Güte eines „kleinen“ Brunello besitzt. Mit 42 Jahren ist er sich bewusst, noch nicht am Ende seiner Neugier und Kreativität angekommen zu sein, ich bin aber von dem, was er aktuell macht, begeistert und weiß nicht, was man besser machen könnte!