Podere Il Cocco (Toskana)
Giacomo Bindi hatte großes Glück: er stammt aus einer Medizinerfamilie, die ein schönes Grundstück mit einem typischen alten Farmhaus in der Gemeinde Montalcino besaß. Weil keiner der Verwandten sich diese harte Arbeit antun wollte, entschied er sich selbst vor über 20 Jahren zu einem bäuerlichen Leben.
Beeindruckend ist seine Überzeugung, alles im Einklang mit der Natur zu betreiben und sein Land nach biologischen und biodynamischen Prinzipien zu kultivieren. Zwar ist der Weinanbau das finanziell wichtigste Fundament, jedoch ist er darüber hinaus Selbstversorger geworden mit an Permakultur erinnernder Anbauweise. Er vermehrt selbst Obst und Gemüsesorten, arbeitet mit natürlicher Bodendüngung, experimentiert mit Mischanpflanzungen zur Selbststärkung der Kulturen und hat sogar einen sogenannten Fruit-Forest angelegt, alles natürlich biologisch bewirtschaftet. Ein Agriturismo im Farmhaus und sogar ein Wohnmobilstellplatz in den Weinbergen sind eine sinnvolle Ergänzung und erlauben es den Besuchern, alles aus nächster Nähe zu erleben.
Sein Wein fiel mir vor kurzem unter einer Vielzahl von anderen Brunello di Montalcino Weinen sehr positiv auf. Ein Besuch in seinen Weinbergen, die gerade einmal drei Hektar groß sind, zeugt beeindruckend von seiner Arbeitsweise: Die Rebanlagen sehen im Vergleich zu traditionellen Anlagen ein wenig verwahrlost aus. Doch der Schein trügt: zwischen den Reben wächst es etwas chaotisch, sogar Bäume lässt er zu. Das hat aber nichts mit Nachlässigkeit zu tun. (Un)Kraut und Gräser lässt er wachsen, bis es Zeit ist, diese zu walzen, wobei nur die oberirdischen Stängel „abgebogen“ werden und nicht weiter wachsen können. Diese trocknen dann langsam aus, schützen den Boden vor Austrocknung und bilden neuen Humus. Die Wurzeln bleiben erhalten, können erneut wachsen und halten den Boden lebendig. Man spürt förmlich, wie sich die Natur und der Boden hier wohlfühlen.
Giacomo hat nie Önologie studiert, zeigt aber eine ungewöhnlich präzise und wissenschaftlich fundierte Herangehensweise an die Weinherstellung. So ist er an sich ein Freund von natürlichen Weinen, sagt aber auch ganz klar: der Wein muss sauber und wirklich gut sein. Dazu sind kellertechnisch moderne Geräte und eine chemische Überwachung notwendig. Sauberkeit im Keller ist unabdingbar. Kompromisslos entscheidet er dann, ob sein Wein - je nach Jahrgang - gut genug für einen Brunello ist oder ein Großteil eben doch nur ein Rosso wird. Konkret bedeutet das aber auch, dass sein Rosso di Montalcino dann beinahe die Güte eines „kleinen“ Brunello besitzt. Mit 42 Jahren ist er sich bewusst, noch nicht am Ende seiner Neugier und Kreativität angekommen zu sein, ich bin aber von dem, was er aktuell macht, begeistert und weiß nicht, was man besser machen könnte!
Inhalt: 0.75 Liter (53,07 € / 1 Liter)
Inhalt: 0.75 Liter (18,67 € / 1 Liter)
Inhalt: 0.75 Liter (28,67 € / 1 Liter)