21,50 €
Dieses Produkt erscheint am 30. September 2026
Aus meiner Sicht habe ich hier die Nadel im Heuhaufen gefunden. Giacomo macht keine Kompromisse und sein Rosso aus dem Jahrgang 2022 fällt besonders positiv auf. Ich bin mir sowas von sicher, dass dieser Wein in einer Blindprobe mit hochwertigen Brunelli ohne Probleme mithält und für gleichwertig empfunden wird. Das betont er selber etwas, wenn er mir erzählt, mit welcher Hingabe er die Weine behandelt und die Selektionen im Keller vornimmt. Ein längerer Ausbau im Tonneaux und dann noch in der Flasche ist zwar kürzer als die Vorschriften für Brunello vorgeben, aber für einen Rosso länger als bei anderen Winzern. Daher ist auch der 2022 gerade der aktuelle Wein!
Der Wein zeigt sich gerade von seiner besten Seite: einnehmend warm und füllig, vielschichtig mit einem überzeugenden Potpourri von dunklen Beeren und Gewürzen. Meine erste Flasche wurde im Sommer 2026 über zwei Tage genossen und überstand sogar angebrochen die Fahrt von Grosseto zum Camping Platz bei Pisa. Das ist mal definitiv eine Qualitätskontrolle!
| Herkunftsland (aus:): | Italien |
|---|---|
| Gebiet: | Toskana |
| Rebsorte: | Sangiovese |
| Weinart: | Rotwein - kraftvoll und trocken + Barrique |
| Laune: | Klassiker , Trocken!! , Zu Rindfleisch |
| Bio-Zertifikat: | Bio-zertifiziert |
| Bewirtschaftung: | EU-Bio |
| Öko-Kontrollstelle: | IT-BIO-006 |
| Allergiehinweis / Allergene Stoffe: | enthält Sulfite |
| Erzeuger/Importeur oder verantw. Lebensmittelunternehmen: | Podere Il Cocco, Loc. Villa a Tolli, 53024 Montalcino (SI), Italien |
| Alkoholgehalt in vol.%: | 14 |
|---|
Der Produzent: Podere Il Cocco
Giacomo Bindi hatte großes Glück: er stammt aus einer Medizinerfamilie, die ein schönes Grundstück mit einem typischen alten Farmhaus in der Gemeinde Montalcino besaß. Weil keiner der Verwandten sich diese harte Arbeit antun wollte, entschied er sich selbst vor über 20 Jahren zu einem bäuerlichen Leben.
Beeindruckend ist seine Überzeugung, alles im Einklang mit der Natur zu betreiben und sein Land nach biologischen und biodynamischen Prinzipien zu kultivieren. Zwar ist der Weinanbau das finanziell wichtigste Fundament, jedoch ist er darüber hinaus Selbstversorger geworden mit an Permakultur erinnernder Anbauweise. Er vermehrt selbst Obst und Gemüsesorten, arbeitet mit natürlicher Bodendüngung, experimentiert mit Mischanpflanzungen zur Selbststärkung der Kulturen und hat sogar einen sogenannten Fruit-Forest angelegt, alles natürlich biologisch bewirtschaftet. Ein Agriturismo im Farmhaus und sogar ein Wohnmobilstellplatz in den Weinbergen sind eine sinnvolle Ergänzung und erlauben es den Besuchern, alles aus nächster Nähe zu erleben.
Sein Wein fiel mir vor kurzem unter einer Vielzahl von anderen Brunello di Montalcino Weinen sehr positiv auf. Ein Besuch in seinen Weinbergen, die gerade einmal drei Hektar groß sind, zeugt beeindruckend von seiner Arbeitsweise: Die Rebanlagen sehen im Vergleich zu traditionellen Anlagen ein wenig verwahrlost aus. Doch der Schein trügt: zwischen den Reben wächst es etwas chaotisch, sogar Bäume lässt er zu. Das hat aber nichts mit Nachlässigkeit zu tun. (Un)Kraut und Gräser lässt er wachsen, bis es Zeit ist, diese zu walzen, wobei nur die oberirdischen Stängel „abgebogen“ werden und nicht weiter wachsen können. Diese trocknen dann langsam aus, schützen den Boden vor Austrocknung und bilden neuen Humus. Die Wurzeln bleiben erhalten, können erneut wachsen und halten den Boden lebendig. Man spürt förmlich, wie sich die Natur und der Boden hier wohlfühlen.
Giacomo hat nie Önologie studiert, zeigt aber eine ungewöhnlich präzise und wissenschaftlich fundierte Herangehensweise an die Weinherstellung. So ist er an sich ein Freund von natürlichen Weinen, sagt aber auch ganz klar: der Wein muss sauber und wirklich gut sein. Dazu sind kellertechnisch moderne Geräte und eine chemische Überwachung notwendig. Sauberkeit im Keller ist unabdingbar. Kompromisslos entscheidet er dann, ob sein Wein - je nach Jahrgang - gut genug für einen Brunello ist oder ein Großteil eben doch nur ein Rosso wird. Konkret bedeutet das aber auch, dass sein Rosso di Montalcino dann beinahe die Güte eines „kleinen“ Brunello besitzt. Mit 42 Jahren ist er sich bewusst, noch nicht am Ende seiner Neugier und Kreativität angekommen zu sein, ich bin aber von dem, was er aktuell macht, begeistert und weiß nicht, was man besser machen könnte!